Colloquiumsupervacuis mit vielen Worten wenig ausdrücken

Warum sollte ich das brauchen?

Wenn du Schüler bist:

1. Hausaufgaben müssen ab und zu eine Seite lang sein.

2. Hausaufgaben sehen besser gemacht aus wenn sie länger sind.

3. Der Lehrer kann irgendeinen Mist hineininterpretieren.

4. Der Lehrer sieht du hast dich "Bemüht"

 Wenn du zur Gruppe Sonstige gehörst:

1. Du hast Langeweile, sonst würdest du den Text nicht lesen.

Colloquiumsupervacuis

Lateinisch für langes Gerede ist noch kein von der Öffentlichkeit anerkanntes Fachwort, was mich aber nicht stört ich werde es benutzen, da "Mit vielen Worten wenig auszudrücken" auf dauer etwas zu lang wird ich kürze ab CS.

HOW TO

1. Erwähne die Problemfrage auf keinen Fall am Anfang sondern erst nach ungefähr 7 Zeilen. Dies verhindert, dass der Leser sie einfach nachlesen kann, was ihn natürlich auf das eigentliche Problem und , dass du es nicht adäquat erklärt hast.

2. Versuch dich von einer wissenschaftlichen Diskussion zu entfernen und stelle keine Thesen auf, da diese wiederlegt werden können. Du kannst Dinge vermuten solltest jedoch immer die Hintertür offen lassen damit der Leser sich seine eigenen Gedanken macht.

3. Undefiniert schreiben. Das bedeutet oft Phrasen wie "man nimmt an" verwenden (Ach ja all diese Regeln sollten nicht in Klausuren befolgt werden. 

4. Autorithäre Personen nennen und die Zitate von ihnen benutzen wo eh keiner weiß was sie bedeuten. Diese dann in angebrachte Form verbiegen und für sich kämpfen lassen. Nie war das Leben so einfach.

5. Niemals eine Grenze ziehen. Oft versucht man in wissenschaftlichen Texten sich von einem Standpunkt zu distanzieren oder einer Behauptung nicht zu zustimmen. Dies auf jeden Fall vermeiden. Man muss ja offen bleiben für alles was der Leser höhren will. Hier gilt verstärkt Regel 2.

6. Häppchen für zwischendurch. Liest eine Person längere Zeit totalen Schwachsinn wird sie eventuell misstrauisch ob du Ahnung von dem Thema hast oder einfach nur einen Text dazu geschrieben hast. Dies kann man gut aufgreifen indem man folgende Phrasen benutzt : "Dies lässt nur einen Schluss zu:" (natürlich irgendwas total offenes sagen), "Dies ist meine Meinung andere dürfen andere Meinungen haben", "Die meisten Menschen werden das nicht verstehen" (Niemand möchte die meisten Menschen sein :D) "Vielleicht werden sie mir jetzt noch nicht zustimmen können, aber nachdem ich nun anfange die Sache näher zu erläutern werden sie merken, dass meine Gedanken doch nicht so abwägig in dieser Sache sind". Ein bekanntes Beispiel für so ein Häppchen wäre (frei Zitiert von Angela Merkel):
Wir müssen eine gemeinsame Lösung finden.

Wie gesagt irgendwelchen uneingeschränkten Kauderwelsch (Mist) von sich geben.

7. Fachwörter: "Wäre es nicht adäquat den usus heterogener Termini zu minimieren" klingt viel besser als: "Wäre es nicht angebrachter Fremdwörter zu vermeiden". Benutzt "meine subjektiven Impressionen" statt "meiner Meinung nach" bzw. "mein Eindruck ist es, dass". Schon habt ihr "Fachkenntnisse" bewiesen, da der Lehrer euch nicht mehr versteht.

8. Beziehungen setzen. Nein keine Informatik . Setzt Beziehungen zwischen irgendwas undefiniertem und dem undefiniertem was ihr jetzt sagt. Der Leser wird es euch danken. Das was er nicht verstanden hat wird nun bestärkt durch eine weitere Kaskade an Wörtern, die ebenso viel ausdrücken.

9. Erkläre Fachwörter. Dies verlängert den Text ungemein und gibt dem Leser das Gefühl zu verstehen. Erklärt nicht alles, sonst versteht er, dass es nichts zu verstehen gibt, da er dann einfacher durchblickt als wenn er bei jedem Fremdwort nachdenken muss.

10. Schreibt ausführlich über Nebensächliches. Reißt dem Leser aus dem Wirrwarr an undefiniertem Humbug (hier: Mist) und wirft ihm irgendwas zum fressen vor, was eindeutig bewiesen und leicht verständlich ist, was entfernt zum Thema passt und natürlich richtig ist. Dies zeigt, dass du Ahnung hast und gibt ihm das Gefühl alles sei richtig.

11. Halte deinen Schluss so vage wie möglich und schreib: "Es ist nicht möglich hier eine eindeutige Lösung zu finden, da alle Sichtweisen mit einbezogen werden müssen." "Und am Ende finden wir dann eine gemeinsame Lösung" (frei zitiert: Angela Merkel).

12. Der Schluss darf niemals das Ende sein. Gib danach noch ein paar "subjektive Impressionen" mit auf den Weg und schreib darüber wann es eine bessere Welt gäbe (wenn du es drauf hast) sonst schreib nochmal wie wichtig dieses Thema für dich persönlich ist. Dies machst du aus dem Grund, dass du damit verhinderst, dass irgendjemand sich nachhaltig an deinen Schluss erinnert.

13. Mache im Text keine Absätze wärend du undefiniert schreibst. Die Enden dieser Absätze werden vielleicht in Erinnerung bleiben. Deshalb erst sanft aus dem Thema herrausleiten und dann den Absatz setzen. Das gleiche gilt umgekehrt für den Anfang eines Absatzes.

14. Keine zu kurzen Sätze sonst werden sie noch übersichtlich.

15.Wenn es eine Frage gibt niemals über richtig und falsch diskutieren sondern über gut und böse, weil dies wesentlich subjektiver ist und euch der Leser für eure subjektiven Impressionen (Meinungen) nicht verdammen kann (wird). Dazu sehr lesenswert:

http://gutenberg.spiegel.de/buch/jenseits-von-gut-und-bose-3250/1

 

42. In Mathe funktioniert das nicht

Resüme und Schluss

So das wars dann mit meinen Anweisungen. Es werden vielleicht noch ein paar neue hinzu kommen, wenn ich mich näher mit diesem Thema beschäftigt habe. Ich hoffe ihr fandet den Text ansprechend und konntet etwas lernen. Ihr dürft mich gerne weiterempfehlen :D und ich würde mich freuen wenn ihr ein freundliches Kommentar da lasst. Ich finde es immer schade wie wenig rückmeldung man für seine Werke bekommt. Und glaubt mir alle Schreiberlinge freuen sich über solche kleinen Wertschätzungen. Es wäre deshalb gut wenn ihr das macht. Es wäre eine bessere Welt, wenn alle Leser sich bei ihren Autoren bedanken würden.

:D

mfg.: X (JD)

13.8.15 16:49

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